Die
Hässliche
Komödie in zwei Akten von Marius von Mayenburg
( „Der Hässliche „)
In den Augen anderer
ist Mette hässlich. Ihr selbst ist es noch gar nicht bewusst aufgefallen.
Sie erfährt es auch eher zufällig, als ihre Chefin beschliesst,
nicht Mette selbst zur Präsentation derer Erfindung fahren zu lassen,
sondern ihre Assistentin Frau Heinzmann damit zu beauftragen. Mit so einem
Gesicht könne man einfach nichts verkaufen, sagt sie.
„ Hat Ihnen das noch niemand gesagt?“
„Was?“
„Dass Ihr Gesicht nicht geht.“
Mettes Mann will sie beruhigen, er liebe sie trotzdem, er schaue ihr eben
nicht ins Gesicht. Für Mette ist dies eine eher unbefriedigende Antwort.
Sie sieht Handlungsbedarf, eine Schönheitschirurgin muss her und
zwar sofort. Mette ist anstandslos bereit, auf ihr Gesicht zu verzichten.
Das Reizwort vom Identitätsverlust steht im Raum.
Und:
Das neue Gesicht
wirkt Wunder! Männer stehen Schlange, die Erfindung verkauft sich
quasi von selbst und das Leben fühlt sich auf einmal viel leichter
an. Bis die Chirurgin Mettes neue, wunderschöne Visage in Serienproduktion
schickt und im grossen Stil verkauft.
Plötzlich taucht an jeder zweiten Ecke eine Doppelgängerin auf.
Das sorgt nicht nur bei Mettes Mann für Verwirrung.
Mettes Selbstentzweiung schreitet unerbittlich voran. Ist dies das Ende
des Individuums im Zeitalter seiner Reproduzierbarkeit?
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